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Baldur Burwitz 
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safe

BALDUR BURWITZ
04.02.11 - 23.03.11

Vernissage am Freitag, 4. Februar 2011, um 19 Uhr
mit einer Einführung durch den Kurator Rik Reinking

Es ist ein ausstellungsbegleitendes Booklet erschienen.
Schutzgebühr Euro 5,- | » Bestellung

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Baldur Burwitz sieht sich mit seiner künstlerischen Arbeit weder im Kontext der Minimal Art, noch der Konzeptkunst der 60er Jahre, und doch beantwortet er mit der für die Galerie Borchardt entwickelten Werkgruppe, die nun unter dem Ausstellungtitel SAFE gezeigt wird, die Frage nach der Notwendigkeit einer Post- oder After Minimal Art Bewegung auf charmante Weise.

Er wird dabei gleichzeitig zum Bildhauer, zum Maler, Zeichner, nicht zuletzt Druckgrafiker, und bedient sich sämtlicher klassischer Vorstellung von dem, was Ausdruck und Technik in der zeitgenössischen Kunst sein kann. Bleibt aber in letzter Konsequenz das was er ist – ein Ideenkünstler – wenn er das Duchampsche Paradigma der Benennung eines banalen, nicht artifiziellen Gegenstandes zum Kunstwerk wieder aufgreift und in die Diskussion einbringt. Denn was der Betrachter zu sehen bekommt, sind handelsübliche Möbel-tresore. Diese hängen an der Wand, stehen auf Sockeln oder ruhen direkt auf dem Galerieboden.

Bei aller Nüchternheit und Reduziertheit der immer gleichen Objekte geht es ihm auch um die partielle Aufhebung des in der abendländischen Kultur fest verankerten Subjekt-Objekt-Verhältnisses. Hier gerät derjenige Betrachter an seine Grenzen, der der Gewohnheit folgend, und mit seinem kulturellen Vorwissen, dem Werk lediglich das ihm Verfügbare und Verständliche zubilligt. Nur ist diese Werkgruppe nicht selbstreferenziell, sondern sie besitzt ein Innenleben, das interpretatorische Ansätze jenseits des rein physischen Erscheinungsbildes des Objektes zuläßt und bereits durch seinen Titel Denkprozesse auszulösen vermag. Das nicht verifizierbare Wissen um dieses Innenleben, das im Widerspruch zur äußeren Erscheinung der Arbeit steht, bringt den Betrachter in eine Situation, in der er seine eigene Haltung zum Werk reflektieren muss. Er ist gezwungen – oder wenigstens versucht – seiner eigenen Phantasie freien Lauf zu lassen. Somit entsteht eine Art Selbstportrait vor dem geistigen Auge des Rezipienten.

Der Künstler gibt über den Titel der Arbeit die formalen Eckdaten des Werkes preis, innerhalb derer der Betrachter aufgefordert ist, seiner eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Alles was hierbei in der Vorstellung des Betrachters entsteht, verrät ihm mehr über sich selbst, als über die Intention des Künstlers. Und genau das möchte Burwitz mit seiner Arbeit erreichen.

Bereits 1920 verhüllte und verschnürte der Surrealist, Maler, Fotograf und Objektkünstler Man Ray eine Nähmaschine und nannte das Kunstwerk „Das Rätsel des Isidore Ducasse“. Das verhüllte Objekt blieb im Werk Man Rays kein Einzelfall. Er beschäftigte sich immer wieder mit dem Thema Verpackung, Verhüllung und Verborgenes.

Burwitz geht es aber nicht um das bloße Verhüllen unterschiedlichster Objekte – also nicht um eine „Offenbarung durch Verbergen“, so wie David Bourdon auch das Werk von Christo treffend beschreibt – sondern vielmehr zeichnet er auf Umwegen das Portrait des Betrachters, welches aus dessen selbst gesammelten, individuellen Erfahrungen entsteht.

Rik Reinking, 2011


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