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Henning Eichinger
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'Think Tank - Heart Tank'

01. Februar - 16. März 02  

‘Ich sehe meine künstlerische Arbeit inhaltlich im Grenzbereich zwischen Kunst und Naturwissenschaften. Dabei gehe ich der Frage nach, welche Raster und Patterns unsere Wahrnehmung prägen und dadurch unsere Wahrheiten konstruieren. Durch serielle Arbeiten, durch Ausschnitte (cutouts) von eigenen Bildern, die wieder zu neuen Bildern weiterverarbeitet werden, werden die überkommenen Bedeutungsraster und vermeintlich sinnstiftenden Patterns verschoben und eine neue Sichtweise, eine neue Erfahrung in Fluß gesetzt. Dabei arbeite ich meist in Serien zu einzelnen Themenkomplexen wie dem der Vernetzung, der ja eigentlich eine ganz ursprüngliche biologische und ökologische Bedeutung hat.’

Karin Rase über Henning Eichingers „Vernetzungen“:

Der Begriff Vernetzung spielt heutzutage hauptsächlich innerhalb der Kommunikationssysteme eine Rolle. Dabei verliert man leicht aus den Augen, daß Vernetzungen seit je her die Grundlage ökologischer und biologischer Prozesse darstellen. Henning Eichinger, der, wie er selbst sagt, auch gern Biologe geworden wäre, nimmt diesen organischen Aspekt in seinem „Endlosfries“ wieder auf. Er kombiniert hier abwechselnd zwei Leinwandformate, die jeweils identischen Formats sind, zu einem rhytmisierenden ornamentalen Fries, der sich prinzipiell endlos fortsetzen lässt. Alle Bilder entsprechen genau der Körpergröße des Künstlers. Blutrote Steelen verbinden und trennen großflächige Leinwände. Diese Steelen wirken wie endoskopische Aufnahmen, sie fungieren als Energiefelder, als Schaltstellen, die für die Übertragung von Energie und Information notwendig sind. Man sieht Kreuz und Quer verlaufende Linien, die sich zu einem unentwirrbaren, pulsierenden Nervengeflecht zusammenballen. Der Plexus als Zentrum, von dem aus physikalische und chemische Impulse via Blut- bzw. Nervenbahn an die Organe weitergeleitet werden. Eichinger entwirft ein Modell verschiedener Netzwerke, die miteinander verbunden sind: verschiedene organische Formen werden mit vereinfacht dargestellten Gefäßen (z.B. die Vase als Abbild des menschlichen Körpers), stilisierten Rosenblüten und relaisartigen Symbolen verknüpft. Auf den ersten Blick wirken diese verzweigten Formationen gleichförmig, bei näherer Betrachtung sieht man hier allerdings feine Unterschiede, keine Vase, keine Rosenblüte gleicht exakt der anderen, jede Form ist ein Original. Verbindungslinien vernetzen diese einzelnen Elemente untereinander, die einzelnen Gruppen wiederum werden durch Vermittlungsknoten auf sichtbare Weise miteinander verbunden. Der Künstler visualisiert mit seinem „Endlosfries“ buchstäblich Funktionssysteme einer immer komplexer werdenden vernetzten Welt. Eichinger gehört zu einer Künstlergeneration, die ihre Kunst nicht abseits der modernen digitalen Medien sieht, sondern dieses weltumspannende Thema als das wesentliche Symptom unserer Zeit kreativ umsetzt.

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