Logo Galerie Borchardt
Galerie Künstler Ausstellungen Aktuell Kataloge Kunst am Bau
A.R. Penck
 




Malerei, Grafik,
Skulpturen, Keramik, Künstlerbücher

21.11.97 - 31.01.98

DER KÜNSTLER A. R. PENCK


1939 in Dresden als Ralf Winkler geboren. Bereits in frühen Jahren Neigung zur Malerei. Wiederholte Bemühungen, zu einem Akademiestudium zugelassen zu werden, scheitern an mangelnder Anpassungsbereitschaft und Gefälligkeit seiner künstlerischen Versuche. Intensive Auseinandersetzung mit Rembrandt und Picasso.

Basierend auf der Auseinandersetzung mit Kybernetik und Informationstheorie entstehen 1961 die ersten ‘Weltbilder’ und ‘Systembilder’. In ihnen versucht Winkler, in einer Verbindung von vereinfachender Abstraktion und analytischem Denken gesellschaftliche und psychologische Zusammenhänge visuell zu organisieren. Er bedient sich dabei eines Zeichensystems, dessen Chiffren und Figuren beim Betrachter Assoziationen an prähistorische Höhlenmalerei wecken und zugleich in der Konzentration auf das Wesentliche den Anspruch einer komplexen Darstellung von Strukturen der heutigen Welt erfüllen sollen.

Sein kompromißloses künstlerisches Suchen bringt Winkler immer wieder in Konflikte mit der Kultur- und Staatsbürokratie der DDR. Obwohl ihm nahezu alle Möglichkeiten, seine Kunst in der Öffentlichkeit auszustellen, verwehrt werden, gelingt es ihm dank seines unverwüstlichen sächsischen Witzes immer wieder, die scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten zu meistern, indem er beispielsweise die ‘Deutsch Sowjetische Freundschaft’ als Umweg nutzt , in ihren Räumen ausstellt und somit die real-sozialistischen Gralshüter links überholt. So arbeitet er unverdrossen weiter an der Entwicklung seiner bildnerischen Strategien. Ende der 60er Jahre entstehen in Anknüpfung an die ‘Weltbilder’ und ‘Systembilder’ die ersten Werke der ‘Standart’-Reihe.

1965 lernt Winkler den Kölner Galeristen Michael Werner kennen, der Bilder von ihm nach Westdeutschland bringt und sich um Galerie- und Museumsausstellungen in Westeuropa bemüht. Die ihm in der DDR versagte Anerkennung wird ihm von nun an international zuteil. Ausstellungen in den großen Museen machen seinen Namen weltweit zum Begriff für die sogenannten Strichmännchen, die heute bereits ein Stück Kunstgeschichte darstellen.

1980 reist A.R. Penck in die Bundesrepublik aus. Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. die Biennale in Venedig und die Documenta in Kassel, machen ihn in den achtziger Jahre zu einem der meistbeachteten deutschen Gegenwartskünstler. Unermütlich setzt sich Penck mit der Problematik zeitgeschichtlicher, politischer und sozialer Fragestellungen auseinander und erreicht dank seiner unglaublich verdichtenden Darstellungsmöglichkeiten eine überzeugende Klarheit der Aussage. Jenseits jeder Bevormundung bieten seine Arbeiten Lösungen und Perspektiven an, die in ihrer penckschen Logik plausibel erscheinen.

Auch heute beschäftigen ihn wieder brandaktuelle Themen: die Wiedervereinigung, die Hauptstadtfrage, die Metropole als Herausforderung. ‘Underground Berlin’ (UB) und ‘Concept Berlin’ (CB) sind die aktuellen Arenen, in denen A.R. Pencks archaische Figuren und Krieger zum Überlebenskampf antreten.

Berlin Konzept: ‘Nach der Spaltung - die Vermischung’. In dieser Situation ist es notwendig, die Archetypen der Figuration noch einmal klar herauszuarbeiten, bevor sie zerstört werden können. Das Auge sieht die Vorgänge genau –auch Untergrund-be-pop oder die ‘Neue Konfession’, um den neuen politischen Status der Stadt als Symbol und ästhetisches Signal zu fixieren, um Entwicklungen von diesem Punkt aus zu orten und zu messen. Das Möglichkeitsfeld rückt erneut ins Bewußtsein. Was möglich ist, und was nicht möglich ist, ebenso Bruch, Umbruch und Tradition. Berlin wird ein Kriterium dafür sein, ob klare Bilder sich gegen Ideologien durchsetzen.’

In Anbetracht seiner Themenwahl und der ihm eigenen Kontinuität des Analysierens zählt Penck längst zu den wichtigsten künstlerischen Chronisten unserer jüngeren Geschichte.

A.R. Penck arbeitet in Dublin.

© s. Impressum



A. R. PENCK
................................

Biografie
Ausstellung | 98
Presse